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Safety is an inside job


Umarmt von zwei wundervollen, starken Männern.

Mitten in einem ganz normalen Supermarkt.

Zwischen Tiefkühltruhe und Wühltisch.

Ohne Grund. Ohne Ziel.

Einfach nur, weil unsere Verbindung und der Moment die Umarmung eingeladen hat.

Die Umarmung war präsent, fest und sanft gleichzeitig.

Mein ganzer Körper entspannte sich.

Ich fühlte mich sicher, gehalten und verbunden.


Das war nicht immer so.






Als ich dieses Foto das erste Mal gesehen habe, wurde mir bewusst,

wie neu diese Entspannung eigentlich noch für mich ist.

Wie weit ich gekommen bin.



Früher hätte ich mich in so einem Moment angespannt und

mein Nervensystem hätte unterschwellig Alarm geschlagen.



Als ich aufgewachsen bin, wurde mir beigebracht, dass Männer gefährlich sind.

Dass sie etwas von mir wollen, dass ich meinen Körper schützen muss.


In meiner Jugend habe ich diese Geschichte herausgefordert,

mir Nähe gewünscht, mit der „Gefahr“ gespielt...


...und konnte trotzdem nie wirklich vertrauen.

Weder Männern noch mir selbst.


Vor allem mir selbst nicht.


Denn ICH war diejenige,

die nicht auf meine innere Stimme und meine Grenzen gehört hat.

ICH war diejenige, die oft einfach geschwiegen hat,

obwohl mein Körper geflüstert hat:

„Hey, das ist zu schnell/ zu viel/ irgendwas passt hier nicht.“


Aus Angst, dass Ehrlichkeit die Verbindung kaputt machen könnte,

dass meine Wahrheit die anderen Menschen vertreiben würde,

hab ich viel ausgehalten und mich angepasst.

Ich hab Authentizität gegen Nähe eingetauscht.


Und am Ende beides verloren.



Ich wollte gefallen und hab gedacht, dass ich dann Liebe bekomme.

Aber das, was ich bekommen habe, war keine echte Liebe.


Wie auch?


ICH- die ECHTE Version von mir war ja gar nicht anwesend.

Ein wesentlicher Teil von mir – der zarte, langsame, tiefe Teil –

versteckte sich hinter einer Maske.


Und so bestätigte ich unbewusst die Geschichte meiner Mutter:

"Männer sind gefährlich"


Irgendwann war es zu viel.

Ich hatte mich viel zu oft im Stich gelassen.

Ich spürte meine Wut und meine innere Löwin wurde wach.

Sie brüllte und fing an Grenzen zu setzen.


Diese Grenzen waren erstmal hart wie Mauern.

Ich bewegte mich durch die Welt wie ein Krieger mit gezücktem Schwert.

Ich spürte, dass ich endlich auf mich aufpassen konnte, ja –

aber ich war auch einsam hinter meiner Rüstung.


Es brauchte Zeit, bis die Löwin leiser wurde

und der Krieger das Schwert eingepackt hat.


Er steht heute hinter mir, nicht mehr vor mir und ist entspannt.

Denn ich weiß jetzt- nach viel Übung-

dass ich meine Grenzen im Moment spüren,

meine Wahrheit aussprechen und bei mir bleiben kann-

auch dann, wenn ich mit anderen in Verbindung bin.



Meine Übung fand vor allem in Tempelräumen statt.

Die Sanftheit dieser Räume.

Die Heiligkeit.

Die Erinnerung und Erlaubnis, langsam, ehrlich, vollständig zu fühlen.

Die Ermutigung, meine Wahrheit auszudrücken.

All das erlaubte meinem System, Vertrauen neu zu lernen.


Und so konnte ich die alte Geschichte durch die Wahrheit, die ich heute verkörpere, ersetzen:


Sicherheit heißt nicht, dass kein Risiko existiert.

Sicherheit heißt: Ich bin bei mir.

Ich kann mich auf mich verlassen.

Sicherheit entsteht in mir – nicht durch andere.

Seit sie in meinem Körper lebt,

ist Gehaltenwerden ein Genuss.

Weichwerden ist natürlich.

Berührung ist nährend.

Empfangen ein Geschenk.


Liebe hat endlich einen Platz, an dem sie landen kann.


Und so konnte ich in diesem Supermarkt stehen,

eingehüllt in die Arme zweier Männer,

und im puren Genuss dahinschmelzen,

in der Entspannung, Verbindung und Liebe dieses Moments baden.

 
 
 

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